Dienstag, 3. Juni 2008

Resolution der AVES CH

An der Delegiertenversammlung vom 31. Mai 2008 in Zug verabschiedete die Aktion für vernünftige Energiepolitik Schweiz (AVES) folgende RESOLUTION:

AVES kämpft für Wasserkraft und Kernenergie –
AVES lehnt die Volksinitiative „Lebendiges Wasser“ ab


Die Aktion für vernünftige Energiepolitik (AVES) fordert Parlament und Bevölkerung auf, der Verletzlichkeit unserer Arbeitsplätze wegen der Energieversorgung grösste Aufmerksamkeit zu widmen. - Neben den aktuellen Engpässen in der Öl- und Gasversorgung ist längerfristig vor allem die Versorgungssicherheit beim Strom stark gefährdet. Die Nutzung der Wasserkraft darf deshalb nicht weiter eingeschränkt werden und die Volksinitiative „Lebendiges Wasser“ ist abzulehnen. Der Bau von Ersatz-Kernkraftwerken muss überdies mit grösstem Nachdruck und ohne weitere Zeitverzögerung vorangetrieben werden. - Der „fiskalische Raubzug“ auf unseren CO2-freien Strom muss im Interesse unserer Arbeitsplätze beendet werden.

Seit Jahren wird in der Schweiz über die Energiepolitik debattiert. Unterdessen hat sich die Verletzlichkeit unseres Landes im Bereich der Energieversorgung laufend erhöht und nähert sich einem kritischen Niveau. Die Unsicherheiten und die Preisentwicklung im Bereich der Öl- und Erdgasversorgung sind mittlerweile jedermann bewusst geworden. Von grossen Teilen der Politik und der Bevölkerung wird hingegen nicht wahrgenommen, dass wir auch bei der Stromversorgung auf eine gefährliche Verknappung hinsteuern, die wegen der Bedeutung des Stroms als „Schlüsselenergie“ gravierende Folgen haben wird. Die Wasserkraftnutzung darf deshalb nicht weiter eingeschränkt werden. Die Förderung erneuerbarer Energien und die Erhöhung der Energieeffizienz ist überdies keine ausreichende Alternative für den Ersatz der älteren Kernkraftwerke. Die AVES ruft deshalb die verantwortlichen Politiker und die gesamte Bevölkerung auf, sich der dringenden Notwendigkeit eines raschen Ersatz-Baus von Kernkraftwerken bewusst zu werden. Die grossen Elektrizitätswerke werden aufgefordert, bis Ende 2008 die erforderlichen Rahmenbewilligungsgesuche für Ersatz-Kernkraftwerke beim Bund einzureichen.

Die Schweiz ist gut beraten, wenn sie alles unternimmt, um die umweltfreundliche CO2-freie Stromversorgung auch für die nächsten Jahrzehnte zu sichern. Neben dem Ersatzbau von Kernkraftwerken bedingt dies aber auch ein klares Einstehen für die Erhaltung der Wasserkraftnutzung (inklusive Erhöhung Grimsel-Staumauer). Das Zusammenwirken von Kernkraftwerken zur Erzeugung von Bandenergie und von Wasserkraftwerken zur Abdeckung der Verbrauchsspitzen ist – auch unter ökologischen Aspekten – einzigartig und sehr sinnvoll. Die AVES lehnt deshalb die im nächsten Jahr zur Abstimmung gelangende Initiative „Lebendiges Wasser“ des Fischerei-Verbandes einstimmig ab, da deren Annahme zu grossen Ausfällen beim Wasserstrom führen würde.

Bereits heute wird der Strom mit jährlich weit über 1 Milliarde Franken (über 1000 Millionen!) an Steuern und Abgaben wie Wasserzinsen, Durchleitungsabgaben etc. belastet. Dies ist mehr als genug! Für die AVES ist es unverständlich, dass der „Raubzug“ auf unseren CO2-freien Strom laufend verschärft wird. Damit wird die internationale Konkurrenzfähigkeit unserer Industrie beeinträchtigt und der Werkplatz Schweiz gefährdet.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ein zweiter Reaktor für das Kernkraftwerk Gösgen
– ein paar Gedanken aus Lostorfer Sicht

Als geschäftlicher wie auch privater Nutzer von elektrischer Energie habe ich gegenüber der Kernenergie keine ablehnende aber kritische Haltung. Als sehr störend, unfair und nicht zutreffend empfinde ich die unzähligen Medienberichte, wonach alle Einwohner des Niederamtes als atomfreundlich bezeichnet werden, ja gar so dargestellt wurden, dass wir eigentlich nur darauf warten, bis der Bau eines weiteren Kraftwerkes in Angriff genommen werden kann.

Nichts desto trotz sind für mich im Allgemeinen und als Lostorfer Einwohner im Speziellen einige Punkte offen, welche geklärt sein müssen, bevor ein neues oder gar ein zweites Kernkraftwerk gebaut werden kann.


1. Der politische Wille muss auf nationaler Ebene vorhanden sein, dass alternative Energien gefördert werden und Sparmassnahmen greifen.

2. Die Frage eines möglichen Endlagers muss gelöst sein. Die Expertise liegt schon seit Januar 2003 von der Nagra auf, doch der Widerstand im Zürcher Weinland, dem Gebiet der 1. Priorität, ist gewaltig, denn ein Endlager will ja niemand in der Nähe haben.

3. Eine gerechte Lasten- und Steuerverteilung muss vorliegen. Es kann nicht angehen, dass Däniken einen Löwenanteil der Einnahmen erhält, aber nur einen geringen Teil der Lasten trägt. Obschon die Einrichtungen auf Däniker Boden liegen, haben diese regionale Auswirkungen. Mehr als 25% der Einnahmen stehen der Gemeinde nicht zu. Der Rest muss gerecht auf die umliegenden Gemeinden im Niederamt verteilt werden.

4. Schliesslich sollte dem Landschaftsbild eine grosse Bedeutung beigemessen werden. Lostorf liegt ja bekanntlich nördlich des Kühlturmes, wo das Sonnenlicht zwischenzeitlich von einer Dampfschwade eingetrübt wird. Als Betreiber einer Photovoltaik Anlage ärgert mich das besonders. Einen zweiten Kühlturm verträgt es nicht. Im Gegenteil müssen Alternativen gesucht werden, welche dem Niederamt eine dampfarme oder gar dampflose Zukunft bescheren.


Das sind Fragen, welche mich und bestimmt auch andere Betroffene beschäftigen und worüber ich gerne von den zuständigen Seiten eine Stellungnahme erwarte.

Thomas Vogt, Lostorf

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Aktion für eine vernünftige Energiepolitik Schweiz Kanton Solothurn

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